Geschichten im Kopf
- Beya

- 24. Feb.
- 1 Min. Lesezeit
Ich trage Geschichten im Kopf. Sie entstehen leise, oft unbemerkt aus Gedanken, Erinnerungen, Erfahrungen und Annahmen. Mein Kopf ist schnell. Er verbindet Punkte, füllt Lücken und erzählt mir, was etwas bedeutet haben könnte.
Und während diese Geschichten laufen, fühle ich bereits etwas. Unsicherheit, Angst, Wut, Scham oder auch Hoffnung. Nicht, weil etwas tatsächlich passiert ist, sondern weil mein Kopf es so interpretiert.
Gedanken werden zu Wahrheiten erklärt, noch bevor ich sie hinterfragt habe.
Der Kopf spielt mit mir, indem er mir Sicherheit vorgaukelt: „Ich weiss, wie das gemeint war.“
Doch weiss ich es wirklich?
Oft reagiere ich nicht auf die Realität, sondern auf die Geschichte, die ich mir darüber erzähle. Und diese Geschichte kann wahr sein oder auch völlig unwahr. Der Unterschied liegt nicht im Gefühl, denn das fühlt sich immer echt an. Der Unterschied liegt darin, ob ich bereit bin, innezuhalten und zu prüfen: Ist es wahr oder unwahr? Also ein Fakt oder eine Annahme?
Wenn ich meine Geschichten im Kopf erkenne, entsteht Raum. Raum zwischen Reiz und Reaktion. Raum für Klarheit, für Mitgefühl mit mir selbst und mit anderen.
Herzlichst, Beya






Kommentare